WM Praloup, iXS Swisscup Verbier 30.08.2009

Für die regionalen Downhiller stand das Wochenende unter einem äusserst guten Stern. Gleich an zwei Rennen kämpften die Athleten um die Sekunden. Sowohl an den offiziellen Weltmeisterschaften der Masters (30 Jahre und älter) als auch am dritten Lauf des Swiss Downhillcups standen die Thutstädter auf dem Treppchen.
Bereits vor einer Woche reiste die Zofinger Renndelegation ins französische Praloup (F), um sich optimal auf den Jahreshöhepunkt vorbereiten zu können. Das in „Alpes-de-Haute-Provence“ gelegene Skigebiet ist drittes Mal in Folge Austragungsort der UCI Master Weltmeisterschaften. „Die Strecke hat sich in den Jahren nicht gross verändert. Es dominieren staubige Kurven und eher flache Tretpassagen. „Ich vermisse die technische Herausforderung wie auf den alpinen Pisten“, beschreibt fatwork Teamfahrer Stammbach den Kurs etwas enttäuscht. Sichtlich wohl fühlte sich die Zofingerin Nathalie Däppen. Mit einem Vorsprung von über zehn Sekunden deklassierte sie die gesamte internationale Konkurrenz und gewann souverän ihr erstes Downhill WM-Gold in der Kategorie Ü30. „Meine neuen Lieblingsfarben sind grün, gelb, schwarz rot und blau“ strahlt die frischgebackene Weltmeisterin kurz nach der Siegerehrung in ihrem Regenbogentrikot. Michael Stammbach konnte, wie in den Jahren zuvor, dem mentalen Druck nicht standhalten und musste in einen der zahllosen Kurven zu Boden. „Ich weiss, dass ich durchaus hätte gewinnen können.“ Um so ärgerlicher, da eine Revanche in den nächsten Jahren nicht mehr möglich wird. Die Master WM wird die kommenden drei Jahre in Übersee ausgetragen. Den beiden weiteren fatwork Fahrern Olivier Lagger (Rang 87) und Peter Boo (Rang 90) verliefen die Finalläufe mit technischem Defekt und Sturz nicht nach Wunsch. Um so motivierter reisten die beiden in der Nacht auf Sonntag nach Verbier, um an iXS- Swiss Downhillcup teilzunehmen.
In Abwesenheit der Weltelite, die sich gegenwärtig in Canberra (Aus) auf die Elite Downhill Weltmeisterschaften vom kommenden Wochenende vorbereitet, ging im sonnigen Verbier (VS) der dritte Lauf der diesjährigen Schweizer Rennserie über die Bühne. Es war der grosse Tag der Aarburgerin Martina Brühlmann. Die SM-Zweite von Chur knöpfte ihrer grössten Konkurrentin Mirjam Ruchti (Sennhof), die allerdings kurz vor dem Zielhang stürzte, zwei Sekunden ab. «Zweimal wäre ich auch beinahe gestürzt, hatte aber Glück», freute sich die 25-jährige Primarlehrerin über ihren ersten Sieg bei den Frauen Elite. Entscheidende Punkte, die ihren Vorsprung in der Gesamtwertung ausbauen. Endlich wieder im Duo am Start waren die Gebrüder Meyer aus Zofingen. Patrick fuhr nach langer Verletzungspause den ersten Swisscup in dieser Saison und beendete das Wochenende auf dem 20. Schlussrang bei den Herren Elite. Der jüngere Bruder und amtierende Juniorenschweizermeister Lucas hatte auf seinem Ritt ins Tal zwei grobe Stürze. Mit einer Hirnerschütterung und dem letzten Rang gilt es für ihn, das Wochenende schnell zu vergessen und nach vorne zu schauen. Bei den Herren Master belegte Heinz Hostettler aus Rothrist den guten zweiten Rang. Die fatwork Teamfahrer Lagger und Boo belegten nach vielen Autokilometern und einer kurzen Nacht die Ränge neun und elf. Von Allmen Sandra bestätigte mit einem guten Run ihre Konstanz mit Rang drei bei den nichtlizenzierten Frauen.
Bevor die Rennsaison 2009 anfangs Oktober mit dem Rennen in Bellwald (VS) zu Ende geht, bietet sich den Athleten in zwei Wochen nochmals die Möglichkeit am letzten Europacuprennen in Bischofsmais (D) die Kräfte zu messen.
(Text: Matthias Lüscher)
(Fotos: Eve Stutz)